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Bergaussicht aus einem Fenster

10. Juli 2026, von Michel Müller

Die neue Währung der Sichtbarkeit: KI-Zitierungen statt Rankings

Zwanzig Jahre lang war das Spiel immer dasselbe. Wer ganz oben in den Suchergebnissen erscheinen wollte, optimierte Suchbegriffe, sammelte Backlinks und zählte Klicks. Doch diese Ära neigt sich dem Ende zu.

Fragt man heute Chatbots wie ChatGPT, Perplexity oder einfach Google, mit welcher Agentur man zusammenarbeiten soll, kriegt man nicht mehr zehn blaue Links als Antwort. Stattdessen gibt es eine einzige Antwort, die auf mehreren Quellen basiert. Wenn deine Marke nicht zu den zitierten Quellen gehört, wird sie überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Gartner, Inc., ein amerikanisches Forschungs- und Beratungsunternehmen, geht davon aus, dass das traditionelle Suchvolumen um ein Viertel zurückgehen wird, weil Nutzer*innen immer häufiger KI-basierte Antwortmaschinen nutzen.

Was ersetzt das Ranking?

 

In einer KI-Antwortmaschine  wird die Sichtbarkeit auf zwei Arten deutlich.

  • Erwähnungen: Erwähnt das Modell deine Marke, wenn jemand nach deiner Kategorie sucht?
  • Zitierungen: Zitiert das Modell deine Inhalte, wenn es eine Antwort gibt?

Erwähnungen und Zitierungen sind beide wichtig, haben aber unterschiedliche Zeithorizonte. Erwähnungen werden schon heute gesehen (nur wenige Nutzer*innen nehmen sich tatsächlich die Zeit, Quellen zu überprüfen). Zitierungen hingegen haben einen kumulativen Effekt: Die Quellen, auf die Modelle heute verweisen, beeinflussen auch, was sie morgen erwähnen werden. 

Deshalb sagen wir, dass sich der Fokus vom Ranking hin zu Zitierungen verlagert hat. Platz eins bei Google wird bald weniger wert sein als ein klarer Satz in einer Antwort, die von allen gelesen wird.

 

Also haben wir einen Test durchgeführt…


Wir haben analysiert, was dieser Wandel für Marken bedeutet. Mit einem reproduzierbaren Bewertungsverfahren mit mehreren unabhängigen Beurteilungen haben wir 43 Marken mit den wichtigsten KI-Systemen getestet. Darunter waren marktführende Unternehmen und weniger bekannte B2B-Unternehmen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich sowie Apple als globale Kontrollgruppe.  Zwei Dinge sind uns dabei besonders aufgefallen:

  • Bei 92 % der untersuchten DACH-Marken trat mindestens eine «Halluzination» auf: Die Modelle machten falsche Aussagen über sie.
  • Nur drei Marken wurden durchgehend korrekt beschrieben. Selbst Apple, unsere Kontrollgruppe, bestand den Test nicht: Je mehr die Ergebnisse mit den eigenen Websites der Unternehmen verglichen wurden, desto mehr Fehlinformationen kamen ans Licht.

Die meisten Fehler waren nicht offensichtlich. So nannte ein System voller Überzeugung ein Gründungsjahr, das um zwei Jahre danebenlag, während ein anderes eine Agentur der Foodtech-Branche zuordnete. Das sind Aussagen, die potenzielle Käufer*innen kaum als falsch erkennen können und an denen sie keinen Grund haben zu zweifeln.

Im DACH-Markt ist die Nutzung der verschiedenen KI-Systeme ungleich verteilt. Rund zwei Drittel der KI-Antworten entfallen auf ChatGPT. Das bedeutet, dass ein einziger Fehler dort weit mehr Menschen erreicht, als es mit einem falsch eingestuften Keyword jemals der Fall gewesen wäre. 

Das überraschendste Resultat war jedoch Perplexity. Die Suchmaschine, die ihre Quellen angibt, war für 60 Prozent aller Fehlinformationen in unserem Benchmark verantwortlich. Die Angabe von Quellen lässt eine Antwort zwar vertrauenswürdiger erscheinen, macht sie aber nicht wahrer.

Die Erkenntnis ist zugleich beunruhigend und nützlich:

Die meisten Marken werden bereits täglich von KI beschrieben – ob sie es kontrollieren oder nicht. Dabei werden viele jedoch falsch beschrieben.

Wie sich das auf deine Arbeit auswirkt

 

Für KI-Antwortmaschinen zu optimieren bedeutet, deine Marke zitierfähig und überprüfbar zu machen.

  • Biete möglichst klare und konkrete Informationen zu den Themen, mit denen du in Verbindung gebracht werden möchtest.
  • Stelle sicher, dass deine Angaben überall konsistent sind, wo ein KI-System sie überprüfen könnte.
  • Sorge dafür, dass deine Angaben von vertrauenswürdigen Quellen bestätigt werden. 
  • Konzentriere dich auf die Suchmaschinen, die in deinem Markt tatsächlich eine Rolle spielen, und nicht nur auf diejenigen, die du selbst nutzt.

Erfahre, wo du stehst


Finde heraus, was KI heute über deine Marke sagt. Unser kostenloses „Quick Check“-Tool analysiert deine Erwähnungen und Zitierungen in den wichtigsten KI-Systemen. In etwa einer Minute zeigt es dir, wo du sichtbar und wo du unsichtbar bist – und wo das Modell dich falsch einschätzt.

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