Die Kunst des
Dezemberns

Ein strategischer Leitfaden für den Jahresendspurt.

Es gibt Monate, die sind bitzli hektischer – und dann ist da noch der Dezember. Ein Kalenderblatt wie ein schlechtes Kampagnenbriefing: mit engen Deadlines, unklaren Verantwortlichkeiten und endlosen To-do-Listen. «Augen zu und durch», mag man da denken. Aber 31 Tage sind zu lang, um einfach den Kopf in den Sand zu stecken. 
Deshalb haben wir unser strategisches Denken für einmal nicht auf eine Marke, sondern einen ganzen Monat angewendet. Wir haben unsere Erfahrung – und das Internet – nach brauchbaren Einsichten durchforstet, um den Dezember richtig zu dezembern. Und weil bald Weihnachten ist und wir uns ohnehin bei dir für dein Vertrauen bedanken wollten, bekommst du diesen exklusiven Leitfaden natürlich geschenkt. 

Kapitel 1: Live, Light, Love (oder so ähnlich)

Seien wir ehrlich: Als Menschen sind wir für den Winter schlecht designt. Wir haben unser Fell verloren, brauchen dringend Sonne und bleiben trotzdem in Breitengraden, die uns fast in den Winterschlaf zwingen. Die Versuchung ist gross, sich mit Vorräten in einer Höhle (das eigene Wohnzimmer) zu verkriechen und darauf zu warten, dass die Welt da draussen wieder auftaut. Wir haben da noch ein paar andere Ideen:

Tipp 1
Der schlechten Laune davonrennen

Willkommen im Energiesparmodus. Self Care heisst im Dezember, sich vor der Lieblingsserie durchs Lebkuchensortiment der Migros zu probieren. Aber: Schon zehn Minuten Bewegung würden jetzt unseren Cortisolspiegel senken und unsere Stimmung heben. Kleine, regelmässige Einheiten sollen sogar besser wirken als seltene Exzesse. Hot Tip: Einfach einen zehn Minuten entfernten Supermarkt finden, hin joggen, Snacks einsacken und zurück in die eigene Höhle.

Tipp 2
Das Herz auftauen

Spätestens jetzt ist unser Kalender eh rappelvoll und wir sehnen uns nach heilsamer Einsamkeit. Aber davor (und für manche auch während den Festtagen) ist soziale Isolation im Winter ein grösseres Thema. Wir pelzlosen Menschen brauchen soziale Wärme. Laut einer Studie der Harvard University sind stabile Beziehungen der wichtigste Faktor für Glück und Gesundheit. Also planen wir soziale Wärme künftig einfach gewissenhaft im Terminkalender ein, wie den Reifenwechsel zum Wintereinbruch. Zum Beispiel, indem wir in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang mit einer Freundin einschieben. Vielleicht haben wir Glück und werden dabei auch von einem Sonnenstrahl gestreift.

Tipp 3
(Der Sonne) bitzli Haut zeigen

Weder eine IKEA-Apfelstrudel-Duftkerze noch eine LED-Lichterkette können über die traurige Wahrheit hinwegtäuschen: Im Winter fehlt uns Licht. Bei so wenig Tageslicht bilden wir zu wenig Serotonin und Vitamin D; wir sind müde und melancholisch und geben «Last Christmas» im Radio die Schuld. Die Lösung ist denkbar einfach: Fenster auf, Ärmel «hoch litzen», Augen zu und die eigene, geisterhaft blasse Haut ca. 20 Minuten in die Sonne strecken. Und wenn die mal wieder out of office ist, gibt es für das sogenannte SAD (Seasonal Affective Disorder) immer noch Tageslichtlampen. Die gaukeln unserem Winter-Hirn mit der Strahlkraft von tausend Sonnen vor, dass doch alles okay ist. Auch keine schlechte Geschenkidee, finden wir. Und kommen damit zum Kapitel über die Feiertage.

Kapitel 2: Die Feste feiern, wie sie (dir ge)fallen

Man muss nicht einmal Weihnachten feiern, um im Dezember von der schieren Menge an sozialen Erwartungen überwältigt zu werden. Die einen möchten mit dir wichteln, die anderen brunchen, die Kleinen wollen Kerzen ziehen, die Grossen beim Glühwein frieren. Und ehe du dich versiehst, steckst du am 23. im überheizten Einkaufscenter in einer Menschentraube fest und möchtest vor Verzweiflung am liebsten in deinen Panettone schreien. Rette sich, wer kann.

Tipp 1
Neinsagen als Lebensgefühl

Es geht auch anders. Manchmal ist das schönste Wort in unserer Sprache ein klares (höfliches) «Nein». Denn nicht jede Einladung ist ein Muss. Da kann man sich etwa am finnischen Kalsarikännit ein Beispiel nehmen und den Drink abends zu Hause (offenbar in Unterwäsche) geniessen – mit keinerlei Absicht, das Haus wieder zu verlassen. Nein zu sagen heisst auch, die eigene Energie für das aufzubewahren, was dir wirklich wichtig ist.

Tipp 2
Schenken nach Thema

Beim Schenken sagt man gern: «Der Gedanke zählt.» Als wäre das eine Entlastung. Dabei sind es doch genau die ganzen Gschänkli-Gedanken, die uns so stressen. Zum Glück gibt’s Abhilfe aus der Psychologie. Bei der sogenannten «Decision Simplification» macht man sich das Leben einfacher, indem man die Auswahl eindampft. Bevor man also planlos durch die Shoppingmeile hetzt, bis selbst der singende XXL-Teddybär wie eine super Idee wirkt, setzt man sich ein Motto. Dieses Jahr gibt’s vielleicht nur Essbares. Oder nur Wintererlebnisse. Oder nur Bücher. Oder nur Dinge, die man sich an die Wand hängt. Egal was – Hauptsache, man bleibt on brand. Und stresst sich damit weniger.

Tipp 3
Ausruhen wie die Pros

Die vielen Pläne, die vielen Menschen, die vielen Mailänderli, die wir deswegen Stress-essen mussten – das ringt uns schon einiges ab. Nach der Weihnachtszeit ist das Energielevel bei vielen im Keller. Gesundheitsratgeber empfehlen deshalb, bewusst eine Erholungsphase einzuplanen. Fast so, als hätte man gerade einen Marathon hinter sich. Die Tipps sind simpel: Routinen beibehalten, genug schlafen, kleine Pausen einbauen. Und als Bonus: So ein strategischer Reset macht auch den Übergang ins neue Jahr leichter.

Kapitel 3: Zwischen Babylon und Balance

Neujahrsvorsätze sind heute vielleicht bitzli umstritten – aber angefangen haben wir damit womöglich schon sehr früh. Laut einigen populären Quellen sollen die Babylonier*innen vor rund 4.000 Jahren beim Akitu-Fest ihren Gottheiten schon versprochen haben, im kommenden Jahr Schulden zu begleichen und geliehene Gegenstände zurückzugeben – quasi die Urform des Neujahrsvorsatzes. Du könntest also durchaus damit beginnen, deinem Arbeitskollegen endlich den Regenschirm zurückzubringen, den er dir vor fünf Monaten geliehen hat. Just saying.

Tipp 1
Ein Misogi wagen

2025 haben sich die Influencer*innen einen weiteren kulturellen Begriff angeeignet und die Misogi-Challenge eingeführt. Ursprünglich stammt Misogi (禊) aus japanischen Reinigungsritualen der Shintō-Religion, bei denen Körper und Geist mit kaltem Wasser gereinigt werden. In der Instagram-Interpretation bedeutet ein Misogi nun: eine grosse Herausforderung zu meistern, die die eigenen Grenzen austestet und das ganze Jahr prägt. Das kann ein Halbmarathon sein, das Durchschwimmen eines Sees oder das Erlernen eines neuen Skills. Wichtig ist, dass das Misogi einem persönlich etwas bedeutet – und dass es die eigene Vorstellung davon erweitert, wozu man eigentlich alles fähig ist. Für manche ist das vielleicht ein Ironman. Für andere, mutigere Seelen: einen ganzen Monat ohne Snooze-Taste aufzustehen.

Tipp 2
Abenteuer taktisch dosieren

Manchmal bist du einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort – etwa in einer wolkenlosen Nacht draussen unter dem Sternenmeer – und denkst dir zum hundertsten Mal im Leben: «Das sollte ich öfter tun!» Aber auf schöne Zufälle ist im Leben leider kein Verlass. Darum haben Menschen im Internet begonnen, sich solche Momente selbst zu erschaffen. Die Anleitung ist simpel: Kalender für 2026 hervorholen und für jeden zweiten Monat ein Mini-Abenteuer einplanen – eine Nacht im Zelt, ein Tauchkurs im Walensee, ein Klangbad im Wald. Was auch immer für dich nach Abenteuer klingt, ist Fair Game. Und ehe du dich versiehst, hast du Ende 2026 sechs neue Highlights auf deiner Jahresbilanz stehen.

Tipp 3
Wie Janus zurückschauen

Eine weitere Tradition, die wir super zweckentfremden können, stammt aus der Antike: Die Römer*innen feierten Anfang Januar das Fest zu Ehren von Janus, dem Gott der Türen, Übergänge und Neuanfänge (ihm verdankt der Monat auch sein Naming). Janus hatte zwei Gesichter; eines blickte nach vorne, das andere entspannt zurück. Statt uns also zum Jahresstart wieder fünf neue Ziele aufzubürden – von denen wir zwei spätestens am Dreikönigstag aus dem Fenster schmeissen – machen wir’s wie Janus und schauen einmal bewusst zurück. Wir notieren, was wir behalten wollen: Dinge, die schon gut waren. Dinge, die problemlos funktioniert haben. Anti-Vorsätze, wenn man so will. Denn wie wir aus Strategieprozessen inzwischen gelernt haben: Man muss nicht immer alles neu erfinden. Manchmal reicht es völlig, das Gute nicht über den Haufen zu werfen.

Wir freuen uns aufs 2026 mit dir!

Damit wäre unser kleiner Dezember-Leitfaden komplett. Wie bei jedem anderen Projekt, das wir angehen, gibt es auch beim Dezembern keinen perfekten Blueprint. Aber mit diesen paar neuen Strategien kannst du dein Jahr vielleicht doch ein bisschen besinnlicher abschliessen.
Keine Sorge: Ab Januar sind unsere Köpfe wieder voll auf Markenstrategie fokussiert – und wir freuen uns schon jetzt auf gemeinsame Projekte.
Bis dahin wünschen wir dir den besten aller Dezember.

Rutsch gut!

Deine Sergeants